Weniger Energie, Wasser und Abfall: So sollen Krankenhäuser klimafreundlicher werden
Edda Weimann beschreibt, wie Krankenhäuser Energie, Wasser, Abfall und Reisen klimafreundlicher steuern können. Sie fordert konkrete Maßnahmen, nachhaltige Beschaffung und gesetzliche Vorgaben statt freiwilliger Einzelinitiativen…
- Politik
- QM
Edda Weimann fordert, Klimaschutz im Krankenhausmanagement verbindlich und konkret umzusetzen. Nachhaltigkeitsziele dürften nicht in Strategiepapiere ohne Wirkung münden. Kliniken bräuchten einen detaillierten Plan mit klaren Zielen und konkreten Maßnahmen.
Weimann verweist auf ihre Erfahrungen am Groote Schuur Hospital der Universität Kapstadt. Dort fand sie eine ungenutzte Nachhaltigkeitsstrategie vor und setzte sie nach eigenen Angaben in praktische Schritte um. Als sie Südafrika 2019 verließ, hatte das Krankenhaus seinen Wasser- und Kohleverbrauch halbiert.
Als wichtigste Hebel nennt sie die Reduktion des Energieverbrauchs, bautechnische Verbesserungen und den Umstieg auf erneuerbare Energien wie Photovoltaik. Auch bei Transport, Abfall und Ernährung sieht sie unmittelbare Ansätze. In ihrer Klinik gilt seit diesem Jahr, dass Dienst- und Fortbildungsreisen innerhalb Deutschlands nur noch mit der Bahn stattfinden. Zudem führte sie einen vegetarischen Tag pro Woche ein.
Kritisch sieht Weimann die zentrale Beschaffung, weil sie bislang vor allem den Preis beachte und Nachhaltigkeit ausklammere. Sie fordert deshalb klare Richtlinien für nachhaltigere Beschaffung. Beim Abfall verweist sie auf mehr Recycling, Kompostierung, weniger toxischen Abfall und weniger Plastik. Zugleich betont sie, dass Kliniken Hygienevorgaben prüfen müssten. Für einen breiten Wandel in deutschen Krankenhäusern hält sie freiwillige Maßnahmen nicht für ausreichend und verlangt gesetzliche Verpflichtungen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.