Weniger Häuser für komplexe Eingriffe: NRW ordnet die Krankenhausversorgung neu
Die Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen hält die Grundversorgung weitgehend erreichbar, bündelt hoch spezialisierte Leistungen aber auf deutlich weniger Standorte. Klinikmanager berichten über mehr Fälle in Zentren, wirtschaftlich bleibt die Lage angespannt…
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Die Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen konzentriert seit dem 1. Januar 2026 spezialisierte Leistungen auf wenige Kliniken. Die Grundversorgung bleibt für die meisten Menschen erreichbar. Das Ministerium bewertet den neuen Krankenhausplan als wirksam. Klinikmanager aus Bonn und Dortmund berichten über steigende Fallzahlen in Fachbereichen. Sie sehen jedoch keine wirtschaftliche Entlastung.
Krankenhäuser dürfen Leistungen aus den Leistungsgruppen nur anbieten, wenn das Land diese zuteilt. Laut Gesundheitsministerium erreichen 98,6 Prozent der Menschen im Rheinland in 20 Minuten eine Klinik für Innere Medizin und Chirurgie. In Westfalen-Lippe betrifft dies 93,1 Prozent der Bürger.
In spezialisierten Bereichen greift die Reform stärker ein. Lediglich 29 von 113 Kliniken behandeln künftig Leberkrebs. Bei Speiseröhrenkrebs sank die Zahl auf 26 von 71 Häusern. Die Zahl der Aufträge für Knie-Total- und Hüft-Endoprothetik schrumpfte um 36 beziehungsweise 42 Prozent.
In der Region Bonn, Euskirchen und Rhein-Sieg führen nur noch fünf statt zehn Häuser Hüftrevisionen durch. Für Eierstockkrebs (Ovarialkarzinome) bleiben dort nur das Universitätsklinikum Bonn und die GFO-Kliniken Bonn zuständig. Auch rund um Dortmund, Bochum und Herne konzentriert das Land komplexe Behandlungen auf wenige Standorte.
Klinikmanager beschreiben die wirtschaftliche Lage weiterhin als angespannt. Gleichzeitig laufen viele Klagen gegen die Verteilung der Leistungen.
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