Wettlauf um Leistungsgruppen: Fehlende Klarheit trifft auf strukturellen Handlungsdruck
Die Uhr tickt: Kliniken stehen unter Druck, Leistungsgruppen zu beantragen, ohne zu wissen, ob sie diese erhalten. Die Kombination aus Unsicherheit, Personalmangel und engen Fristen macht ein strategisches Vorgehen zur Überlebensfrage.
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Die Zuteilung der neuen Leistungsgruppen entwickelt sich für viele Kliniken zum Drahtseilakt. Noch ist vielerorts unklar, welche Gruppen letztlich genehmigt werden. Eine belastbare Planung ist kaum möglich. Besonders problematisch ist, dass die formalen Anträge bald gestellt sein müssen, obwohl Mindestmengen und konkrete Vergabekriterien häufig noch fehlen. Parallel dazu läuft in den Häusern bereits die Wirtschaftsplanung für 2026.
Expert:innen wie Dr. Arne Berndt und Dr. Sören Jensen betonen, dass eine vorausschauende Strategie entscheidend ist. Kliniken benötigen nicht nur eine fundierte Analyse ihres Fallmixes, sondern auch belastbare Strukturen – etwa personelle und technische Ressourcen –, und das möglichst schon vor der endgültigen Entscheidung. Wer erst spät reagiert, läuft Gefahr, aus dem Versorgungsnetz zu fallen. Umso wichtiger ist es, sich nicht auf den Status quo zu verlassen, sondern gezielt Perspektiven zu entwickeln und gegebenenfalls Kooperationen einzugehen. Der Wettbewerb um Versorgungsaufträge hat längst begonnen.
Die anstehende Leistungsgruppenvergabe erinnert an ein Spiel mit verdeckten Karten. Kliniken sollen bieten, ohne das Blatt zu kennen. Wer klug agiert, analysiert nüchtern, plant vorausschauend und verlässt sich nicht auf bisherige Stärken. Der neue Wettbewerb belohnt keine Besitzstände, sondern Weitsicht.
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