WIdO-Analyse zeigt klare Grenzen und Chancen der ambulanten Versorgung
Eine WIdO-Analyse zeigt großes Ambulantisierungspotenzial bei vielen Klinikleistungen, aber kaum Spielraum bei Stroke Units. Die Ergebnisse sind relevant für die Krankenhausreform…
- Ökonomie
Eine Modellrechnung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass rund 60 Prozent der stationären Behandlungsfälle von AOK-Versicherten im Jahr 2024 grundsätzlich auch ambulant möglich gewesen wären. Das entspricht etwa acht Millionen Fällen. Besonders hoch ist das Potenzial in der Grundversorgung. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch zwischen einzelnen Leistungsgruppen. Während Herzkatheter-Behandlungen und elektrophysiologische Untersuchungen zu rund 80 Prozent ambulant erbracht werden könnten, liegt das Potenzial bei der Schlaganfallversorgung in Stroke Units nahezu bei null. In 15 der 21 fallzahlstärksten Leistungsgruppen identifizierte das WIdO mehr als 50 Prozent ambulant erbringbare Fälle. Vor dem Hintergrund der geplanten Krankenhausreform sehen die Autoren die Ergebnisse als wichtige Grundlage für die Ausgestaltung der Vorhaltevergütungen. Eine Fortschreibung bestehender Strukturen ohne Berücksichtigung der Ambulantisierungspotenziale berge das Risiko dauerhafter Ineffizienzen, insbesondere in der Grundversorgung.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.