WIdO-Daten: Pflegebedingte Eigenanteile haben sich seit 2017 mehr als verdreifacht

Der Eigenanteil in der vollstationären Pflege erreicht zum Stichtag 30. Juni mit bundesweit durchschnittlich 3.652 Euro einen neuen Höchststand, zeigen neue WIdO-Daten…

27. Juli 2026
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Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) meldet zum Stichtag 30. Juni einen neuen Höchststand beim Eigenanteil in der vollstationären Pflege. Im Bundesschnitt zahlen Pflegebedürftige 3.652 Euro monatlich. 2.049 Euro für nicht von der Pflegeversicherung gedeckte Pflegekosten, 1.077 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 526 Euro für Investitionskosten.

Die regionalen Unterschiede sind erheblich. Baden-Württemberg verzeichnet mit 4.075 Euro den höchsten Gesamteigenanteil, Sachsen-Anhalt mit 3.199 Euro den niedrigsten. Bei den pflegebedingten Kosten liegt Berlin mit 2.414 Euro an der Spitze, Rheinland-Pfalz mit 1.756 Euro am unteren Ende. Den Investitionskostenanteil tragen Betroffene in Nordrhein-Westfalen mit 649 Euro fast doppelt so stark wie in Sachsen-Anhalt (330 Euro).

Seit 2017 haben sich die pflegebedingten Eigenanteile mehr als verdreifacht. Unterkunft und Verpflegung verteuerten sich um knapp 52 Prozent, die Investitionskostenbeteiligung um 23,4 Prozent. Als Ursache benennen die Daten die unzureichende Erfüllung der gesetzlichen Investitionskostenpflicht durch die Bundesländer.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant mit dem Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) eine Streckung der Eigenanteilszuschüsse: 15 Prozent für die ersten 18 Monate, danach gestaffelt bis zu 75 Prozent ab viereinhalb Jahren. Dies soll die Pflegeversicherung schon 2027 um rund 2,6 Milliarden Euro entlasten, bis 2030 insgesamt um rund 9,7 Milliarden Euro. Die individuellen Leistungszuschüsse ab Pflegegrad zwei sind in den WIdO-Zahlen nicht berücksichtigt.

Quelle:
aok.de

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