WIdO-Studie: Zahl der Hausarztpraxen mit qualifizierten Gesundheitsfachberufen stieg in zehn Jahren um 60 Prozent
Laut einer WIdO-Analyse beschäftigt bereits mehr als jede dritte Hausarztpraxis eine NäPA oder VERAH, vor allem auf dem Land und in größeren Praxen. Zwei Drittel nutzen das Modell noch nicht…
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Mehr als ein Drittel der Hausarztpraxen in Deutschland bindet qualifizierte Gesundheitsfachberufe wie NäPA oder VERAH in die Versorgung ein. Das zeigt eine bundesweite Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Basis von Abrechnungsdaten der Jahre 2015 bis 2024.
Die Zahl der Praxen mit mindestens einer solchen Fachkraft stieg im Beobachtungszeitraum von rund 7.000 auf über 11.000, also ein Zuwachs von etwa 60 Prozent. Gleichzeitig beschäftigen 63 Prozent der Hausarztpraxen noch keine NäPA oder VERAH.
Besonders verbreitet ist die interprofessionelle Versorgung in größeren, arbeitsteilig organisierten Praxen und im ländlichen Raum. Dort setzt fast jede zweite Praxis (47 Prozent) auf diese Berufsgruppen, in Städten nur 27 Prozent. Sachsen-Anhalt führt mit knapp 60 Prozent, Berlin bildet mit 14 Prozent das Schlusslicht.
NäPA und VERAH erweitern vor allem die Hausbesuchskapazität. 84 Prozent der Praxen mit diesen Fachkräften boten delegierte Hausbesuche an, ohne NäPA oder VERAH nur 36 Prozent. Ärztliche Hausbesuche blieben davon unberührt.
WIdO-Geschäftsführer Dr. David Scheller-Kreinsen empfiehlt, diese Erkenntnisse in der geplanten Primärversorgungsreform zu berücksichtigen. Die regionale Varianz zeige erhebliches Entwicklungspotenzial. Zudem greife die Debatte über die Zukunft der Primärversorgung zu kurz, wenn sie nur ärztliche Kapazitäten betrachte.
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