Wie KI die Lebenserwartung messbar macht
Künstliche Intelligenz analysiert MRT-Bilder und erkennt, wie alt unser Körper wirklich ist, unabhängig vom Geburtsdatum. Forschende der Uniklinik Freiburg zeigen: Muskelqualität zählt mehr als Gene. Die neue Technik könnte Therapien und Lebensstilentscheidungen prägen.
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Die Universitätsklinik Freiburg hat ein KI-gestütztes Analysemodell entwickelt, das MRT-Bilder auswertet und daraus das sogenannte biologische Alter ableitet. Die Software analysiert Muskelmasse und Fettverteilung und kann so das individuelle Sterberisiko abschätzen, unabhängig von Alter, Lebensstil oder Vorerkrankungen. Für das Training wurden über 66.000 Datensätze ausgewertet, was ohne KI jahrzehntelange manuelle Arbeit erfordert hätte. Im Fokus steht die Muskelqualität als präziser Gesundheitsindikator. Ziel ist jedoch nicht die Prognose der verbleibenden Lebenszeit, sondern die Motivation zu einem gesünderen Lebensstil.
Die Forschenden betonen, dass sich das biologische Alter als Entscheidungshilfe in der Therapieplanung etablieren könnte, etwa wenn eine 85-jährige Patientin körperlich eher dem Zustand einer 70-Jährigen entspricht. Derzeit befindet sich das Modell noch in der Erprobung. In Zukunft könnte es Teil regulärer Auswertungsprozesse werden, nicht durch zusätzliche Scans, sondern auf Basis vorhandener Bildgebungen. Studien zeigen zudem: Der Lebensstil ist entscheidender für die Lebenserwartung als genetische Disposition. In den USA wächst der Markt für Ganzkörper-MRTs rapide, doch die Freiburger verfolgen einen nüchternen Ansatz. Die Vision: präzisere Diagnosen, individualisierte Therapieentscheidungen und ein Gesundheitssystem, das stärker auf Prävention setzt.
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