Zi-Studie sieht Risiko durch Trägerkonzentration bei Medizinischen Versorgungszentren

Die Zahl der MVZ-Betriebsstätten stieg zwischen 2017 und 2020 um 35 Prozent. Krankenhaus-Träger betreiben die meisten Standorte. Das Zi sieht, dass die Konzentration bei einzelnen Trägern die Versorgungsstabilität gefährden kann…

16. Oktober 2026
  • Ökonomie

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gewinnen in der ambulanten Versorgung an Gewicht. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) sieht in der Bündelung vieler Standorte bei einzelnen Trägern ein Risiko. Gerät ein größerer Träger in wirtschaftliche Schwierigkeiten, können mehrere Standorte oder eine Region gleichzeitig betroffen sein.

Zwischen 2017 und 2020 stieg die Zahl der MVZ-Betriebsstätten in zwölf KV-Regionen um 35 Prozent, die Zahl der dort tätigen Ärztinnen und Ärzte um 34 Prozent.

Krankenhaus-Träger betrieben 44,3 Prozent der Betriebsstätten und damit den größten Anteil, vertragsärztliche Träger 39,5 Prozent. Pro Träger betrieben Krankenhaus-Träger im Mittel 1,8 Betriebsstätten, vertragsärztliche Träger 1,3. Krankenhaus-Träger waren zudem häufiger überregional aktiv. Von den vertragsärztlichen Trägern betrieben 85,1 Prozent nur eine Betriebsstätte, bei Krankenhaus-Trägern waren es 68,2 Prozent.

In Berlin lag der Anteil vertragsärztlicher Träger bei 59,9 Prozent, in Thüringen dominierten Krankenhaus-Träger mit 77,1 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Baden-Württemberg (plus 55,3 Prozent Betriebsstätten, plus 51,9 Prozent Ärztinnen und Ärzte) und Nordrhein (plus 46,8 Prozent Betriebsstätten).

Die Studie bewertet investorengetragene MVZ nicht gesondert, da Angaben zu Eigentümer- und Beteiligungsverhältnissen fehlten. Aus der Krankenhausträgerschaft allein lässt sich eine Beteiligung von Finanzinvestoren nicht ableiten. Auswirkungen auf die Versorgungsqualität untersuchten die Autoren nicht.

Die Autoren empfehlen, größere und kettenartig organisierte MVZ-Strukturen im Blick zu behalten. Der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried fordert Transparenz über Eigentümer- und Beteiligungsstrukturen.

Grundlage waren Abrechnungsdaten nach § 295 SGB V für 2017 bis 2020 sowie Angaben aus den Landesarztregistern für zwölf der 17 KVen. Die Ergebnisse bilden weder alle KV-Regionen noch Entwicklungen nach 2020 ab.

Quelle:
e-health-com.de

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