Zivildienst im Krankenhaus: Warum die Finanzierungsfrage über Erfolg oder Scheitern entscheidet

Kehrt die Wehrpflicht zurück, brauchen Krankenhäuser klare Regeln für den Zivildienst und das vor allem bei Finanzierung und Dauer. Sonst bleiben die meisten Stellen unbesetzt…

10. August 2026
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Die mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht macht den Zivildienst für Krankenhäuser zum relevanten Thema. Kliniken waren vor 2011 einer der größten Anbieter von Zivildienststellen. Ihre Bereitschaft ist weiterhin hoch: In einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts erklärten sich 93 Prozent der Kliniken bereit, erneut Stellen anzubieten.

Zivildienstleistende können Fachkräfte entlasten, aber nicht ersetzen. Qualifizierte Tätigkeiten, etwa in der Pflege, dürfen sie nicht übernehmen. Der hohe Betreuungsaufwand in der Einarbeitungsphase macht klare Rahmenbedingungen notwendig.

Zentral ist die Finanzierungsfrage. Derzeit wird diskutiert, dass Kliniken rund zwei Drittel der Vergütung selbst tragen sollen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hält das angesichts der wirtschaftlichen Lage der Häuser für nicht tragbar. Sie fordert, dass der Bund mindestens drei Viertel der Kosten übernimmt oder eine Refinanzierung über die Krankenhausfinanzierung ermöglicht.

Auch die Dienstdauer ist entscheidend. Die DKG schlägt neun bis zwölf Monate vor, orientiert an der Praxis vor der Aussetzung 2011. Kürzere Zeiten würden den Aufwand für Einarbeitung, Betreuung und Pflichtseminare nicht rechtfertigen.

Langfristig sieht die DKG im Zivildienst vor allem ein Instrument zur Personalgewinnung. In der Vergangenheit entschieden sich viele junge Menschen erst nach dem Dienst für eine Ausbildung im Gesundheitsbereich. Besonders betont wird die Chance, mehr Männer für Berufe zu gewinnen, die bislang überwiegend von Frauen ausgeübt werden.

Quelle:
dkgev.de

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