Zwei-Ebenen-Modell soll Pflegedaten interoperabel machen
Pflegerische Daten in Deutschland sind kaum interoperabel. Ein neues Expertenpapier des Deutschen Pflegerats soll das ändern und fordert eine bundesweit verbindliche Terminologiearchitektur…
- Data und KI
- Pflege
Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein Expertenpapier vorgelegt, das eine bundesweit verbindliche Terminologiearchitektur für die Pflege fordert. Ziel ist es, pflegerische Daten einheitlich zu erfassen, auszutauschen und für Versorgung, Qualitätssicherung, Forschung sowie gesundheitspolitische Steuerung nutzbar zu machen.
Kern des Papiers ist ein Zwei-Ebenen-Modell. Bestehende Fachsprachen und Dokumentationssysteme bleiben auf der ersten Ebene erhalten und werden auf der zweiten Ebene über eine gemeinsame Referenzterminologie verknüpft. Als internationale Standards sind SNOMED CT sowie die International Classification for Nursing Practice (ICNP) vorgesehen.
Der DPR begründet die Initiative mit einer bislang unzureichenden Datenlage. Unterschiedliche Fachsprachen und Dokumentationssysteme schränken die Interoperabilität pflegerischer Informationen erheblich ein. Thomas Meißner, Leiter der DPR-Fachkommission Digitalisierung in der Pflege, betont, dass die bestehende Vielfalt nicht durch ein einziges System ersetzt werden könne.
Der Verband fordert außerdem, pflegerische Expertise dauerhaft in zuständigen Institutionen und Entwicklungsprozessen zu verankern. Finanziert werden müssten Systemanpassungen, technische Verknüpfungen sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Beschäftigte.
Die Umsetzung soll in eine „Pflege-Informatik-Initiative (PII)“ eingebettet werden, die semantische Standards, Kerndatensätze und Steuerungsstrukturen koordiniert. Das Papier schlägt zudem Forschungs- und Förderprogramme sowie pflegerische Datenintegrationszentren vor.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.