Zwischen Effizienz und Verantwortung: Wie viel Ambulantisierung verträgt das System?
Viele Operationen könnten ohne Klinikübernachtung erfolgen. Fachleute sind sich über das Potenzial einig, nicht aber über Tempo, Umfang und Voraussetzungen der Umsetzung…
- Ökonomie
In Deutschland ließen sich deutlich mehr operative Eingriffe ambulant durchführen. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Besonders bei Kurzliegerfällen sehen Expertinnen und Experten erhebliche Spielräume. Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen fordern eine konsequente Ausweitung der Hybrid-DRGs und neue Anreize für kürzere Aufenthalte. Die ambulante Versorgung müsse gestärkt werden, auch im Sinne einer Entlastung des Klinikpersonals.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betont, dass Ambulantisierung nur mit einer sektorengleichen Vergütung und unter Einbindung der Vertragsärzteschaft funktioniere. Wissenschaftliche Stimmen sehen zudem eine strukturelle Überversorgung im stationären Bereich und plädieren für einen gezielten Abbau von Kapazitäten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt hingegen vor pauschalen Quoten und verweist auf medizinische Risiken bei vulnerablen Patientengruppen. Einigkeit besteht darin, dass Ambulantisierung medizinisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und politisch klar geregelt sein muss.
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