Zwischen Ideal und Praxis: Die Hürden des Primärarztmodells
Das geplante Primärarztmodell sorgt für Diskussionen: Hausärzt:innen fordern einen realistischen Zeitplan und warnen vor zu vielen Ausnahmen. Die KBV setzt auf Altersgrenzen – die Politik bleibt vage. Konsens herrscht nur in einem Punkt: So wie bisher kann es nicht weitergehen.
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Das geplante verbindliche Primärarztmodell sorgt für Unruhe in der Ärzteschaft. Der Hausärzt:innenverband stellt sich auf eine langfristige Umstellungsphase ein. Der Vorsitzende Markus Beier betont die Notwendigkeit, Patient:innen durch gute Aufklärung zur freiwilligen Teilnahme zu motivieren. Er warnt davor, das Modell durch zu viele Ausnahmen zu verwässern. Nur so könne die Hausarztpraxis als erste Anlaufstelle im System verankert werden. KBV-Chef Andreas Gassen sieht ein verpflichtendes Modell erst ab 50 Jahren als sinnvoll an. Er verweist auf das Selbstverständnis junger Patient:innen und verteidigt die freie Arztwahl. Die Co-Vorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth fordert ein intelligenteres Versorgungssystem und verweist auf den Reformstau. Unterstützung kommt von Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen, der das bewährte Hausarztprogramm in Baden-Württemberg als Vorbild nennt. Wie das Modell konkret ausgestaltet wird, ist noch unklar. Klar ist: Es braucht Struktur, Geduld und politischen Willen, um aus einer Idee ein tragfähiges System zu machen.
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