Zwischen Karriere und Systemhürden: Neues Netzwerk soll Ärztinnen den Aufstieg erleichtern
Trotz hoher Frauenanteile im ärztlichen Dienst bleiben Chefetagen männlich dominiert. Ein neues Aktionsbündnis will das ändern…
- Personal
In deutschen Kliniken sind Frauen in ärztlichen Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Obwohl rund zwei Drittel der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung weiblich sind, liegt der Anteil der Chefärztinnen bei nur 15 bis 20 Prozent. Die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) reagiert darauf mit dem „Aktionsbündnis für mehr Chefärztinnen“. Ziel ist es, Karrierestrukturen zu verändern und Gleichstellung in Klinikleitungen zu fördern.
Dr. Andrea Rothe von der München Klinik beschreibt Krankenhäuser als „Frauenbetriebe, die von Männern geführt werden“. Sie fordert verbindliche Maßnahmen und Mentoringprogramme, um Aufstiegsbarrieren abzubauen. Auch AKG-Vorstand PD Dr. Thomas Menzel betont, dass es nicht an weiblichem Nachwuchs fehle, sondern an geeigneten Strukturen.
Workshops des Bündnisses zeigen, dass Frauen andere Netzwerkformen benötigen. Kleine, vertrauensvolle „Banden“ seien oft wirksamer als große Veranstaltungen. Gleichzeitig müsse die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden. Das Bündnis will dauerhafte Impulse setzen und Chefärztinnen sichtbar machen – als Vorbilder und Wegbereiterinnen eines echten Kulturwandels.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.