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Was gibt es Neues in der Krankenhauslandschaft? Welche Personalien ändern sich? Gibt es aktuelle Gesetzesbeschlüsse? Welche ökonomischen Auswirkungen haben die jüngsten demografischen Entwicklungen auf den Gesundheitsmarkt?

Diese und viele weitere Fragen werden Tag für Tag neu diskutiert und beantwortet. Wir verstehen uns als Onlinezeitschrift für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen. Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.

BDA und DGAI warnen vor Schwächung der Qualitätsstandards bei Anerkennung ausländischer ärztlicher Qualifikationen

Nürnberg. Der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e. V. (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) begrüßen grundsätzlich das Ziel des jüngst veröffentlichten Referentenentwurfs des Gesetzes zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen.

IGeL können mehr schaden als nützen – Aufklärung über Schadensrisiko unzureichend

Jedes Jahr geben gesetzlich Versicherte mindestens 2,4 Milliarden Euro für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) aus, die privat von ihnen zu bezahlen sind – knapp 400 Millionen Euro davon allein für orthopädische Leistungen. Daher hat das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors weit verbreitete IGeL im Bereich der Orthopädie bewertet. Fazit: Hyaluronsäure-Injektionen bei Knie- und Hüftgelenksarthrose werden mit „negativ,“ die Stoßwellentherapie bei Tennisarm und Kalkschulter mit „unklar“ bewertet. Nötig sind verpflichtende unabhängige wissenschaftsbasierte Informationen zu IGeL in den Praxen.

Helios-Klinikum Erfurt: Pflegepersonal übernimmt zunehmend fachfremde Tätigkeiten

Im Helios-Klinikum Erfurt ersetzen Pflegekräfte zunehmend Servicepersonal. Interne Unterlagen belegen den Abbau von über 50 Stellen, deren Aufgaben nun von Pflegekräften oder umgeschulten Krankenpflegehelfern übernommen werden. Die Refinanzierung über das Pflegebudget macht diese Praxis möglich. Fachleute und Politik sehen darin Fehlanreize zulasten der Versicherten und fordern eine gesetzliche Korrektur.

„Elsa“-Studie: Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs als Schlüssel für bessere Versorgung

Das Bundesgesundheitsministerium unter Nina Warken (CDU) veröffentlichte die „Elsa“-Studie zu ungewollt Schwangeren still und ohne Begleitung. Die über 1.000 Seiten dokumentieren mangelhafte Versorgung, lange Anfahrtswege, Stigmatisierung und hohe Kosten. Die Union vermeidet eine öffentliche Diskussion. Fachleute sehen die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und die Streichung des Paragrafen 218 als Voraussetzung für eine bessere Versorgung und Entstigmatisierung.

Helios Klinik Rottweil kooperiert mit Orthoklinik

Die Helios Klinik Rottweil arbeitet künftig eng mit der Orthoklinik Rottweil zusammen. Beide Einrichtungen bündeln ihre Kompetenzen in der Orthopädie. Geplante Eingriffe an Knie- und Hüftgelenken werden künftig an der Helios Klinik durchgeführt. Die Hüftendoprothetik ist etabliert, die Einführung der Knie-Endoprothetik erweitert das Leistungsspektrum. Parallel baut die Klinik ihre Geriatrie aus und richtet eine größere Station mit neuem Leiter ein. Landrat Michel lobte die Entwicklung.

Health Ostschweiz (HOCH): Spitäler modernisieren Terminals und vereinheitlichen digitale Angebote

Die Spitäler in St. Gallen, Rheintal Werdenberg Sarganserland, Linth und Fürstenland Toggenburg haben sich 2025 zu Health Ostschweiz (HOCH) zusammengeschlossen. Digitale Angebote variieren derzeit je nach Standort, die Nutzung bleibt niedrig. Mit einer neuen „Digital Patient Journey“ und modernisierten Terminals soll der gesamte Behandlungsweg digital unterstützt werden. Das Projekt läuft bis 2028, Ziel sind 70 Prozent digitale Touchpoints und eine deutlich höhere Akzeptanz.

Podcast: BBT-Gruppe stärkt Standort Lahnstein durch Erweiterung und Integration

Das St. Elisabeth Krankenhaus in Lahnstein wird durch zwanzig neue vollstationäre und zehn tagesklinische Plätze in der Gerontopsychiatrie ausgebaut. Die Genehmigung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums gilt als Stärkung für den Standort und Anerkennung der Arbeit der Mitarbeitenden. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines modernen Raumkonzepts. Die Erweiterung vertieft die Integration in die BBT-Region Koblenz-Saffig und die Zusammenarbeit mit den Barmherzigen Brüdern Saffig. Zudem wurden am Standort Ausbildungsangebote für Pflegefachkräfte etabliert.

BVMed: Digitalisierungsstrategie: „Gesundheitsversorgung datenbasiert steuern“

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert bei der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung, die elektronische Patientenakte (ePA) auszubauen. Ziel sollte eine Datenplattform sein, die allen Gesundheitsberufen einen einfachen Zugang zu den notwendigen medizinischen Informationen ermöglicht. Zudem sollte Künstliche Intelligenz (KI) als wesentlicher Bestandteil des künftigen Gesundheitswesens gefördert werden, so der BVMed in seiner Antwort auf die Online-Befragung von Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Gematik zur Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege („Gemeinsam Digital”). „Langfristig benötigen wir einen neuen, dritten Versorgungslevel, der datenbasiert die medizinische Versorgung steuert“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.

Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed): Transmitter werden endlich vergütet

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat den Beschluss des Bewertungsausschusses begrüßt, im ambulanten Bereich eine neue bundesweit einheitliche Abrechnungsziffer für Transmitter-Geräte für das Telemonitoring bei Herzinsuffizienz und die telemedizinische Nachsorge einzuführen. „Diese Änderung schafft nach langen Jahren der Unsicherheit endlich mehr Klarheit und Sicherheit in der Versorgung mit telemedizinischen Geräten – und stärkt die digitale Betreuung von Menschen mit Herzinsuffizienz und kardialen Aggregaten“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.

Reform bringt Chancen für Effizienz, birgt aber Risiken für Qualitätssicherung

Die Krankenhausversorgung in Deutschland soll stärker nach Komplexität der Fälle und zwischen ambulantem und stationärem Sektor aufgeteilt werden. Experten wie Ralf Kiesslich (Unimedizin Mainz) sehen Vorteile durch Spezialisierung und mehr ambulante Leistungen. Andreas Bartels (KV RLP) betont Einsparpotenziale, unter anderem durch Hybrid-DRGs. DKG-Präsident Gerald Gaß warnt hingegen vor Qualitäts- und Sicherheitsrisiken. Streitpunkte bestehen zwischen Krankenhäusern und Vertragsärzten über die Umsetzung.

Der ‚ÄrzteTag‘-Podcast diskutiert über die hohe Zahl von Operationen

In Deutschland wird besonders viel operiert. Orthopäde Mark Tauber und Klinikmanager Martin von Hummel erklären im „ÄrzteTag“-Podcast die Gründe: finanzielle Anreize, unklare Indikationsstellung und zu geringe Nutzung konservativer Therapien. Beide betonen die Vorteile einer stärkeren Spezialisierung für die Qualität. Zur geplanten Krankenhausreform äußern sie Kritik, besonders am Modell in Nordrhein-Westfalen.

Pflegeverbände und Länder fordern Nachbesserungen am Krankenhausanpassungsgesetz

Der Referentenentwurf zum Krankenhausanpassungsgesetz (KHAG) stößt auf breite Kritik. Besonders die Streichung spezialisierter Leistungsgruppen in der Kinder- und Jugendmedizin löst Sorgen vor Unterversorgung aus. Chirurgische Verbände beanstanden hohe Personalvorgaben und Risiken für die Weiterbildung. Fachgesellschaften warnen vor Qualitätsverlusten bei Mindestmengen und Standards. Der Deutsche Pflegerat lehnt die Herausnahme der Pflegepersonaluntergrenzen aus den Leistungsgruppen ab. Länder wie Brandenburg fordern mehr Flexibilität bei Ausnahmen und Fachärzteanrechnung. Kritiker sehen eine Verwässerung der Reformziele.

Ingolstädter Maul-Klinik beantragt Eigeninsolvenz – Betrieb läuft weiter

Die Ingolstädter Maul-Klinik hat Eigeninsolvenz beantragt. Grund sind steigende Kosten, Fachkräftemangel und erfolglose Gespräche mit regionalen Krankenhausträgern. Der Betrieb, einschließlich Notaufnahme, wird uneingeschränkt fortgeführt. Rund 140 Mitarbeitende und 20 Kooperationsärzte sind betroffen. Geschäftsführer Michael Neudecker zeigt sich zuversichtlich, die Klinik langfristig erhalten zu können. Löhne sind über Insolvenzgeld bis Oktober gesichert.

Wittstocker Klinik vor Schließung, Bürgermeister setzt auf Ausnahmeregelung

Die KMG-Kliniken wollen den Standort Wittstock Ende 2026 schließen, da er die Anforderungen der Krankenhausreform ab 2027 nicht erfüllt. Bürgermeister Philipp Wacker fordert eine Ausnahmegenehmigung, wie sie ein aktueller Gesetzesentwurf vorsieht. KMG verweist auf unzureichende Strukturen und plant die Verlagerung der Kardiologie nach Pritzwalk. Die Stadt und Bürger:innen mobilisieren Protest, während im September ein Runder Tisch mit Politik und Trägern stattfindet.

Helios Spital Überlingen stellt Geburtshilfe ein

Das Helios Spital in Überlingen hat Anfang August seine Geburtsstation geschlossen. Grund sind unbesetzte Facharztstellen und ein deutlicher Rückgang der Geburten von rund 500 im Jahr 2022 auf knapp 300. Auch die Notfallversorgung und ambulante Angebote in Gynäkologie und Geburtshilfe sind eingestellt. Schwangere werden nun an sieben umliegende Kliniken verwiesen, die zwischen 30 bis zu 50 Minuten entfernt liegen. Über die Zukunft der betroffenen Beschäftigten äußerte sich das Spital nicht.

OP-Planung in Echtzeit: Neue Software von KARL STORZ setzt Maßstäbe in der Onkologie

Die neue Software Innersight3D von KARL STORZ bringt KI-basierte 3D-Visualisierung in europäische OP-Säle. Aus CT- und MRT-Daten generiert das System detaillierte Modelle, die die Operationsplanung und Kommunikation deutlich verbessern. Klinische Studien belegen, die Technik senkt Komplikationen, verkürzt Eingriffe und stärkt das Sicherheitsgefühl im Team. Das Tuttlinger Unternehmen plant nun die globale Ausweitung, ein Meilenstein für die digitale Chirurgie.

In Deutschland noch zögerlich: Erste Einrichtungen testen Kühlkleidung

Immer mehr Pflegeeinrichtungen in der Schweiz und den Niederlanden nutzen Kühlwesten, um ihr Personal vor den Folgen von Hitzewellen zu schützen. Die Westen können unter Schutzausrüstung getragen werden und erleichtern konzentriertes Arbeiten bei hohen Temperaturen. In Deutschland sind sie bislang kaum verbreitet, erste Kliniken in München und Nürnberg erproben jedoch die Wirkung. Hersteller berichten von klaren Verbesserungen in Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Pflegekräfte. Neben Westen kommen auch Kühlshirts, Kopfbedeckungen und weiteres Zubehör zum Einsatz.

Zwischen Planungssicherheit und Reformrisiko: Das KHAG spaltet die Branche

Der Entwurf zum Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) erlaubt den Ländern weitreichende Ausnahmen bei der Umsetzung zentraler Reformziele. Die DKG begrüßt mehr Flexibilität, kritisiert jedoch das Instrument der Vorhaltefinanzierung. Der VUD warnt vor einer Aufweichung der Reformlogik und befürchtet den Erhalt ineffizienter Strukturen. Die Ersatzkassen sehen eine Gefährdung der Versorgungsqualität.

KH-Investitionspolitik der Länder: Viel Geld, wenig Steuerung

Trotz hoher Investitionszusagen fehlt vielen Ländern ein strategischer Kompass. Bayern fokussiert auf Bestandssicherung, Nordrhein-Westfalen nutzt Mittel zur gezielten Versorgungssteuerung. Baden-Württemberg und Hessen agieren zurückhaltend, entweder strukturell oder finanziell. Der Ausbau ambulanter und sektorenübergreifender Strukturen bleibt bislang weitgehend ausgeklammert. Eine Reform der Investitionslogik ist überfällig.

Fachkräftemangel im ländlichen Raum: Weiterbildung als Schlüssel zur Versorgung

Der ärztliche Nachwuchs fehlt, vor allem auf dem Land. Eine Befragung in bayerischen Gesundheitsregionen zeigt, dass Weiterbildungsangebote, flexible Arbeitszeiten und Programme für Studierende als zentrale Maßnahmen zur Nachwuchssicherung gelten. Doch bürokratische Hürden, überalterte Weiterbildungsstrukturen und fehlende politische Vermarktung gefährden nachhaltige Lösungen. Ein koordiniertes Vorgehen ist dringend notwendig.

‚Deskilling‘ durch KI? Erfolgsquote bei Krebsvorsorge sinkt nach wenigen Monaten deutlich

Eine Studie aus Polen zeigt erstmals klinisch belegbar: Ärzte verlieren messbar an diagnostischer Treffsicherheit, wenn sie sich bei Darmspiegelungen durch KI unterstützen lassen. Die Erfolgsquote bei der Entdeckung von Adenomen sank nach wenigen Monaten um mehr als 20 Prozent. Die Forscher sprechen von „Deskilling“, einem gefährlichen Kompetenzverlust durch digitale Helfer.

KI-gestützte Sensortechnologie zur patientennahen Fernüberwachung

In Kooperation mit der Hypros GmbH hat das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD einen Proof of Concept für eine berührungslose Sensortechnologie zur Früherkennung von spontaner Änderung des Gesundheitszustandes abgeschlossen. Ziel des Projekts HealthView ist es die Untersuchung, inwieweit sich Vitalparameter wie Atemfrequenz, Puls oder Körpertemperatur mithilfe von KI und bildgebenden Sensoren aus der Ferne zuverlässig erfassen lassen.

Abrechnungsklarheit für 18- bis 20-Jährige: Bewertungsausschuss passt EBM an

Ab Oktober 2025 wird der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) erstmals die Altersgruppe der Heranwachsenden explizit berücksichtigen. Kinder- und Jugendärzte können dann auch Leistungen für 18- bis 20-Jährige korrekt abrechnen. Bisher fehlte diese Altersgruppe im EBM, obwohl sie laut Weiterbildungsordnung zum Behandlungsauftrag gehört. Der Bewertungsausschuss hat nun die entsprechenden GOP angepasst und die Definition der Altersgruppe gemäß Jugendgerichtsgesetz aufgenommen.

LG Köln stärkt Klinikrechte: Kostenübernahme durch PKV wird rechtlich bindend

Ein Krankenhaus erhält künftig einen eigenen Zahlungsanspruch gegenüber einer privaten Krankenversicherung, wenn diese eine Kostenübernahme erklärt. Das Landgericht Köln wertet solche Erklärungen als rechtlich bindenden Schuldbeitritt. Kliniken können sich dadurch direkt an die Versicherung wenden. Dies stärkt ihre Position bei der Durchsetzung von Vergütungsansprüchen und schafft Rechtssicherheit, auch über Einzelfälle hinaus.

Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer wird Klinischer Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Lörrach

Der Aufsichtsrat der Kliniken des Landkreises Lörrach GmbH hat Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer mit Wirkung zum 1. Januar 2026 zum Klinischen Geschäftsführer berufen. Gemeinsam mit Udo Lavendel (CEO) und Monika Röther (COO) wird Dr. Steinmeyer-Bauer die Geschäftsführung verstärken und insbesondere die klinische Führungsverantwortung im Rahmen der strategischen Neuausrichtung übernehmen.

Fallstudien belegen Erfolg multimodaler Wundtherapie

Der Wund-Balance-Ansatz rückt die ganzheitliche Betrachtung chronischer Wunden in den Mittelpunkt. Neben der lokalen Versorgung berücksichtigt er systemische, soziale und psychische Faktoren. Fallbeispiele zeigen, wie SAP-Wundauflagen, antimikrobielle Kollagenpräparate und gezielte Lebensstilinterventionen Heilungsprozesse deutlich verkürzen und Komplikationen reduzieren. Der Ansatz entlastet Pflegepersonal, steigert die Lebensqualität und wurde mit dem JWC-Innovationspreis ausgezeichnet.

GenAI im Gesundheitswesen: Vision trifft auf marode Infrastruktur

Trotz hoher Erwartungen an GenAI fehlt vielen Gesundheitseinrichtungen die nötige Umsetzungskompetenz. Zwar existieren klare Strategien, doch mangelt es an Integration, Sicherheit und technischer Infrastruktur. Die von NTT Data veröffentlichte Studie unterstreicht: Die Ambitionen sind hoch, aber das Fundament ist brüchig. Datenschutzängste, Fachkräftemangel und veraltete Systeme bremsen das Potenzial. Der Druck zu investieren wächst, doch ohne tragfähige Strukturen bleibt GenAI eine Vision ohne Wirkung.

EVA Ruhr: Pflegedirektion erhält Zertifikat ‚Pflege attraktiv‘ – Ein Erfolg alle!

Die Pflegedirektion der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft nahm mit großem Stolz das Zertifikat für „Pflege attraktiv“ entgegen. Somit wurden die Häuser, die zum EVA Ruhr gehören, ab sofort offiziell für ihr Engagement für nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege ausgezeichnet. Pflegedirektorin Beate Schlüter ist sich sicher: „Dieser Erfolg war allein durch die Beteiligung und die intensive Zusammenarbeit aller Berufsgruppen möglich. Wir konnten bei diesem Projekt die gesamte Institution mitnehmen.“ Gemeinsam beschäftigt der EVA Ruhr rund 10.000 Mitarbeitende, die sich tagtäglich für das Wohl der Menschen in unserer Region einsetzen.

KI erkennt tödliche Herzrhythmusstörungen bis zu 14 Tage vor dem Ereignis

Ein Forschungsteam aus Paris hat eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die gefährliche Herzrhythmusstörungen bis zu zwei Wochen vor dem Auftreten erkennen kann. Das System analysiert schwache Signale in EKG-Daten, die für Ärzte nicht sichtbar sind. Erste Tests zeigen eine Trefferquote von 70 Prozent bei Risikopatienten. Die Technologie befindet sich noch in der Validierung, könnte aber langfristig Leben retten und die Kardiologie grundlegend verändern.

Aktuelle Daten des Deutschen Reanimationsregisters: 370 Menschen pro Tag erlitten 2024 einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand

Nürnberg. 2024 erlitten in Deutschland schätzungsweise rund 136.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das waren durchschnittlich 370 Menschen pro Tag. Bei etwa der Hälfte – rund 67.000 Patientinnen und Patienten – begann der Rettungsdienst mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Das zeigen die aktuellen Daten des Deutschen Reanimationsregisters, das unter Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin steht und nun seinen außerklinischen Jahresbericht 2024 veröffentlicht hat.

Schnellere Facharzttermine gegen Geld: Verbraucherzentrale mahnt Vermittlungsplattformen ab

Immer mehr gesetzlich Versicherte erhalten gegen Bezahlung schnellere Arzttermine, ein wachsendes Problem, wie Verbraucherschützer betonen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht darin einen Verstoß gegen geltendes Vertragsrecht und hat bereits Plattformen wie Doctolib abgemahnt. Die gesetzliche Regel: Termine dürfen nicht gegen Zahlung vorgezogen werden. Für viele Patienten bleibt jedoch nur der Griff ins Portemonnaie und damit ein Angriff auf das Solidarsystem.

Facharztgrenzen und Tageskliniken: Länder kritisieren starre Vorgaben des BMG

Der Entwurf zur Krankenhausreform von Nina Warken stößt auf Widerstand in den Ländern. Kritik kommt aus Bayern und Brandenburg. Die Definition von Fachkrankenhäusern bleibt unklar, die Facharztzuordnung ist zu starr. Auch die Gleichstellung von Tageskliniken mit stationären Einrichtungen wird bemängelt. Positiv aufgenommen wird die größere Flexibilität bei Ausnahmen und Kooperationen. Doch insgesamt bleibt der Eindruck: Viele offene Fragen, wenig Vertrauen.

Das Verfassungsgericht soll die Krankenhausplanung retten – drei Bundesländer ziehen die rote Linie

Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein verklagen den G-BA vor dem Bundesverfassungsgericht. Im Zentrum steht die Sorge um die föderale Hoheit in der Krankenhausplanung. Die Mindestfallzahlen für Frühchen, Stammzelltransplantationen und die Personalvorgaben in Psychiatrien seien zu starr. Die Länder fürchten Versorgungsengpässe und pochen auf mehr Flexibilität bei regionalen Ausnahmen.

Leistungsgruppen und LOPS-Richtlinie: Neue Vorgaben verändern die Krankenhausplanung

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHVVG) wurden bundesweit einheitliche Leistungsgruppen eingeführt, die künftig die Grundlage für die Krankenhausplanung und die Vorhaltevergütung bilden. Der neue Grouper bringt komplexe Zuweisungslogiken mit sich, die strategische Entscheidungen der Kliniken beeinflussen. Hohe Qualitätsvorgaben können erhebliche Investitionen erfordern. Die LOPS-Richtlinie des MD-Bundes regelt nun verbindlich die Prüfabläufe, ersetzt die Interimsfassung und bringt Detailänderungen, etwa in der Geriatrie. Die Umsetzung verläuft in den Bundesländern unterschiedlich.

Hybrid-DRGs 2026: Kliniken verlieren, Kassen setzen sich durch

Die ab 2026 geplante Erweiterung der Hybrid-DRGs sorgt für Unmut in den Kliniken. Der erweiterte Katalog wurde gegen den Willen der DKG durchgesetzt und umfasst nun auch ehemals stationäre DRGs mit zweitägigem Aufenthalt. Während Vertragsärzt:innen profitieren, tragen Krankenhäuser die Zusatzkosten. Strukturelle Defizite und fehlende Kompensationen gefährden die wirtschaftliche Balance der stationären Versorgung.

Hochschule München: Gesundheitsversorgung besser machen: mit KI-Assistenz statt Fragebogen-Kästchen

Wie stark sind Ihre Schmerzen im Moment? Wie oft machen Sie sich Sorgen? In welchen Bereichen Ihres Lebens schränkt Sie Ihre Erkrankung ein? Fragen wie diese gehören zu den sogenannten PROMs, Patient Reported Outcome Measures, also Bewertungen des eigenen Gesundheitszustands durch die Behandelten. Sie werden oftmals zu Beginn und zum Ende einer Behandlung von Kliniken und Reha-Einrichtungen standardisiert erfasst. Ziel ist es, Aussagen über Gesundheitszustand, Lebensqualität und die individuelle Erfahrung mit Krankheit und Therapie direkt von den Betroffenen zu erhalten. Doch das Verfahren hat Schwächen: Viele Menschen füllen die Fragebögen nicht aus – sei es wegen Verständnisschwierigkeiten, Sprachbarrieren oder mangelnder Motivation.

Wege aus der Überlastung von Ärztinnen und Ärzten: Aktuelle Studie zeigt Lösungshorizonte auf

Aktuell wurde in „Neurological Research and Practice“, dem Open-Access-Journal der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), eine Umfrage zu belastenden Ereignissen in der Neurologie veröffentlicht. Es nahmen 493 Ärztinnen und Ärzte teil, 318 von ihnen in der neurologischen Weiterbildung. Die Ergebnisse zeigen Handlungsfelder auf, damit der Arztberuf nicht krank macht und wieder attraktiver wird. Die DGN wird nun fachintern, aber auch systemisch an Lösungen arbeiten.

Sektorenübergreifende Versorgungsmodelle erfordern tiefgreifende Prozess- und Personalstrategien

Die Ambulantisierung gilt als zentrale Reformbewegung im deutschen Krankenhauswesen. Demografischer Wandel, steigende Krankheitslast und Engpässe in der ambulanten Versorgung treiben die Verlagerung stationärer Leistungen in den ambulanten Bereich voran. Reformen wie Hybrid-DRGs, ambulantes Operieren und sektorübergreifende Pauschalen sollen Kapazitäten entlasten und Effizienz erhöhen. Für Kliniken bedeutet dies jedoch hohe Investitionen in spezialisierte Zentren, digitale Systeme und angepasste Abläufe.

Zwischen Diagnosehilfe und Vertrauenslücke: KI im Klinikalltag

Künstliche Intelligenz hat sich von der Alltagsanwendung zur ernstzunehmenden medizinischen Unterstützung entwickelt. In Radiologie, Chirurgie, Therapieplanung und Forschung wird sie zunehmend eingesetzt. Systeme erkennen Tumore auf Bildaufnahmen, erstellen Behandlungspläne, koordinieren Termine und unterstützen im Operationssaal. Innovative Ansätze, wie mehrsprachige Aufklärungs-Avatare, sollen Arzt-Patienten-Gespräche vertiefen.

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